Seijin No Hi – Tag des Erwachsenwerdens
ROT = Gesetzliche Feiertage
GRÜN = Traditionelle, nationale Festtage
BLAU = Große, regionale Feste und übernommene Feiertage
Tag des Erwachsenseins seijin no hi
Zweiter Montag im Januar
Obwohl erst 1948 als gesetzlicher Feiertag eingeführt, existiert dieser Brauch bereits seit Urzeiten. Damals wurden Mädchen zwischen 12 und 14 zum Schrein ihrer Schutzgottheit gebracht, wo sie Kleidung im Stil der Erwachsenen erhielten. Einschneidender war dieser Übergang für die etwa 12-jährigen Jungen, die in einem ähnlichen Ritual ebenfalls neue Kleidung erhielten, denen zusätzlich aber nicht nur eine neue Frisur sondern sogar ein neuer Name verpasst wurde.
(Bild: Momote Shiki – Ritual beim Meiji Shrein in Tokio)
Diese Feier der Volljährigkeit sollte und soll die jungen Erwachsenen beglückwünschen und ihnen helfen, sich ihres neuen Statuses als verantwortungsbewußte Erwachsene bewußt zu werden. Es ist also in diesem Aspekt durchaus vergleichbar mit unserer Jugendweihe oder Konfirmation.
In Japan feiern heute aber all jene, die im vergangenen Jahr 20 Jahre alt geworden sind, obwohl sie rechtlich aber trotzdem bereits seit ihrem tatsächlichen Geburtstag alle Rechte und Pflichten Erwachsener haben. Da inzwischen die Zeit vom vorigen 1. April zum kommenden 31. März gerechnet wird, nehmen aber auch einige 19-Jährige teilnehmen. Sie werden heute offiziell für volljährig erklärt.
Fun Fact: Ursprünglich fiel der Feiertag auf den 15. Januar, was im Zuge des Happy-Monday-Systems geändert wurde. (Das Happy Monday System bezeichnet gesetzliche Änderungen durch die vier Feiertage für verlängerte Wochenenden auf Montage umgelegt wurden.)
Die offiziellen Zeremonien, seiji-shiki, werden im Rathaus abgehalten, sind eine streng geregelte und ernste Angelegenheit. Der Bürgermeister oder ein anderer Regierungsvertreter hält eine Rede und es gibt kleine Geschenke.
Vor allem die jungen Damen stürzen sich hierfür in Unkosten. Es ist durchaus üblich für die Veranstaltung einen Kimono anzulegen und die Haare professionell stylen zu lassen. Vor allem der Kimono kann hier zum Problem werden, da die wenigsten Mädchen gelernt haben, selbst einen anzulegen. Wenn sie allerdings ohnehin der Frisur wegen einen Schönheitssalon besuchen, kann ihnen dort auch mit der Kleidung geholfen werden. Ein komplettes Kimono-Set, mit Unterwäsche, Gürtel, Socken etc. kostet gern mal mehr als ein Neuwagen und selbst die abgespeckte Variante bestehend nur aus Über-Kimono und Gürtel (obi) ist nur für wenige erschwinglich. Die preiswertere und meistpraktizierte Alternative ist es daher, sich das gute Stück von einer Verwandten oder einem kommerziellen Verleih zu leihen. Second-hand-Kauf ist nur bedingt eine weitere Alternative, da hier die Kimono oft nur ohne die teuren obi zu bekommen sind.
Die jungen Herren sieht man nur selten in Kimono und Hakama. Sie machen es sich mit dunklem Anzug und Krawatte einfach. Das spart ihnen nicht nur Geld und Zeit sondern auch Blasen an den Füßen, vom ungewohnte Tragen der zôri (Flip-Flop-ähnliche Sandalen aus Pflanzenfasern, moderner auch aus Kunststoff).
Nach dem förmlichen Teil des Tages, der für gewöhnlich am frühen Morgen stattfindet, verabschieden sich die frischgebackenen Erwachsenen in der Regel von ihren Eltern und feiern mit ihren Freunden.
Rauchen, trinken, Sex und wählen, ab heute ist das erlaubt!
Quellen:
Wikipedia, http://www.reimeika.ca/marco/beauty/beauty.html, http://www.wannagotojapan.com/life-in-japan/the-day-of-coming-of-age-seijin-no-hi/, http://english.ohmynews.com/articleview/article_view.asp?menu=c10400&no=268638&rel_no=1, http://www.alafista.com/2011/01/11/todays-japan-photo-akb48-celebrates-seijin-no-hi/, http://one-precinct.com/2007/wgn_white/when-you-can-smoke-drink-and-vote/, http://samuraidave.wordpress.com/category/meiji-shrine/, http://shikinami.wordpress.com/2010/01/11/coming-of-age-day/
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